Sexualtherapie
Was ist Sexualtherapie?
Ein erfülltes Sexualleben trägt wesentlich zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden bei und beeinflusst auch die Qualität einer Beziehung. Fehlen Nähe, Intimität oder Sexualität über längere Zeit, entstehen häufig Unsicherheit, Rückzug oder emotionale Distanz zwischen Partnern.
Sexuelle Schwierigkeiten sind dabei keineswegs ungewöhnlich. Viele Menschen erleben im Laufe ihres Lebens Phasen, in denen Sexualität belastet ist oder nicht mehr so funktioniert, wie sie es sich wünschen. Dennoch fällt es Betroffenen oft schwer, offen darüber zu sprechen oder professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen – häufig aus Scham, Unsicherheit oder der Hoffnung, dass sich das Problem „von selbst lösen“ wird.
Sexualtherapie bietet einen geschützten und wertfreien Rahmen, um sexuelle Themen offen anzusprechen, Ursachen besser zu verstehen und gemeinsam neue Wege zu entwickeln. Nach medizinischer Abklärung möglicher körperlicher Ursachen kann eine sexualtherapeutische Begleitung dabei helfen, Belastungen nachhaltig zu verändern und wieder mehr Zufriedenheit, Nähe und Lebensqualität zu erleben.
Wie läuft eine Sexualtherapie ab?
Eine Sexualtherapie kann sowohl im Einzelsetting als auch gemeinsam mit dem Partner bzw. der Partnerin stattfinden. Häufig ist die Einbeziehung beider Partner sinnvoll, da sich sexuelle Schwierigkeiten meist nicht nur auf eine einzelne Person auswirken, sondern die gesamte Beziehung betreffen.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frage nach „Schuld“, sondern das gemeinsame Verständnis für die Dynamik hinter den Problemen. Sexualität wird immer auch im Zusammenhang mit Kommunikation, Nähe, Vertrauen, Erwartungen und persönlichen Erfahrungen betrachtet.
Die Therapie erfolgt respektvoll, diskret und in Ihrem individuellen Tempo. Ziel ist es, neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und einen stimmigen Umgang mit Sexualität, Beziehung und den eigenen Bedürfnissen zu finden.
Sexuelle Probleme wie:
- sexuelle Lustlosigkeit
- sexuelle Abneigungen
- sexuelle Hemmungen bzw. Blockaden
- ausbleibender Orgasmus (Anorgasmie)
- Erektionsstörungen (Erektile Dysfunktion)
- vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox)
- ausbleibender Samenerguss (Anejakulation)
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)
- Scheidenkrampf (Vaginismus)
- chronische Unterleibsschmerzen (Pelvipathie)
- nachorgastische Störungen (auftretende Symptome wie Kopfschmerzen, Depression, Weinanfälle etc. nach dem Orgasmus)
- besondere Neigungen bzw. Vorlieben, die Unsicherheiten (in der Partnerschaft) hervorrufen können (z.B. Transvestitismus, Fetischismus,…)
- Fragen und Unsicherheit bei der sexuellen Orientierung (Homosexualität, Bisexualität)
- sexuelle Vorlieben, die beim „Ausleben“ rechtliche Folgen haben und somit Konflikte mit sich ziehen (z.B. Exhibitionismus, Pädophilie, Nekrophilie, sexuelle Gewalt…)
- Sexsucht (Hypersexualität), Pornosucht, Bordellsucht
- Probleme mit der Geschlechtsidentität (Transidentität)
- Vorlieben für Alternative Sexualität, BDSM, Fetischismus, Cockold, Femdom… – BDSM offene psychotherapeutische Beratung bzw. Behandlung
- Kink aware und poly aware Professional
Zwischen den äußeren Normen (Gesellschaft) und den inneren Normen (dem eigene Empfinden) kann es zu Spannungen bzw. Konflikten kommen.
„Tatsächlich ist die Frage, was sexuelle Gesundheit eigentlich ist, nicht losgelöst von dem Problem gesellschaftlicher Normen zu beantworten, denn in jeder Gesellschaft wird das Normale gleichzeitig auch immer als das Gesunde angesehen. Dies gilt vor allem für den Bereich der Sexualität.“
(Vetter, 2008)