Sexualtherapie

Schon seit langem ist erwiesen, dass ein lustvolles und ausgeglichenes Sexualleben die körperliche und seelische Gesundheit positiv beeinflusst. Das Sexualleben hat aber auch einen wesentlichen Einfluss auf die Beziehungsqualität. Wenn Sex nicht mehr stattfindet, setzt Entfremdung meist automatisch ein.

Sexuelle Probleme sind keineswegs etwas Ungewöhnliches. Viele Betroffene verzichten aus Scham oder Angst auf eine gründliche Abklärung ihres Problems. Um aber nicht jahrelang das Problem zu ignorieren und abzuwarten „es wird schon wieder von alleine weggehen…!“ , empfiehlt es sich, es ernst zu nehmen und sich Unterstützung zu holen. Nach Ausschluss von organischen Ursachen ist es ratsam, eine Sexualtherapie zu machen.

Eine Sexualtherapie kann in manchen Fällen als Einzeltherapie, findet meistens jedoch als Paartherapie statt. Ausgehend davon, dass sich sexuelle Funktionsstörungen immer in der Beziehung zweier Menschen ausdrücken, unabhängig davon, wer von ihnen „Symptomträger“ ist, wird das Paar als Patient gesehen.

Die häufigsten Gründe für eine Sexualtherapie :

  • sexuelle Lustlosigkeit
  • sexuelle Abneigungen
  • sexuelle Hemmungen bzw. Blockaden
  • ausbleibender Orgasmus (Anorgasmie)
  • Erektionsstörungen (Erektile Dysfunktion)
  • vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox)
  • ausbleibender Samenerguss (Anejakulation)
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)
  • Scheidenkrampf (Vaginismus)
  • chronische Unterleibsschmerzen (Pelvipathie)
  • nachorgastische Störungen (auftretende Symptome wie Kopfschmerzen, Depression, Weinanfälle etc. nach dem Orgasmus)

Sonstige Themen  im Zusammenhang mit Sexualität, die aber nicht die Funktion betreffen:

  • Sexsucht (Hypersexualität), Pornosucht, Bordellsucht
  • besondere Neigungen bzw. Vorlieben (z.B. Transvestitismus, Fetischismus, sexueller Sadomaschochismus,…)
  • sexuelle Variationen (Transidentität, Homosexualität)

„Tatsächlich ist die Frage, was sexuelle Gesundheit eigentlich ist, nicht losgelöst von dem Problem gesellschaftlicher Normen zu beantworten, denn in jeder Gesellschaft wird das Normale gleichzeitig auch immer als das Gesunde angesehen. Dies gilt vor allem für den Bereich der Sexualität.“ (Vetter, 2008)
Zwischen diesen äußeren Normen (Gesellschaft) und den inneren Normen (das eigene Empfinden) kann es zu Spannungen bzw. Konflikten kommen.
Es gibt auch Sexualpäferenzstörungen, die rechtliche Folgen haben können (z.B. Exhibitionismus, Pädophilie, Nekrophilie, sexuelle Gewalt…)